Die Jugendhilfeeinrichtungen der Rummelsberger Diakonie bieten Kindern und Jugendlichen, die auf Grund verchiedenster Umstände außerhalb ihres gewohnten Lebensmittelpunktes untergebracht werden müssen, unterschiedlichste Möglichkeiten des Lebens in Gemeinschaft entsprechend ihrer individuellen Förderbedarfe. Ein großes Anliegen von Jugendhilfeeinrichtungen ist die mit den Kindern und Jugendlichen abgestimmte Schullaufbahnlenkung, um ihnen eine bestmögliche Bildung entlang ihrer individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Voraussetzungen zu bieten. Im Falle des Rummelsberger Raumerhauses ist das „Förderzentrum für emotionale und soziale Entwicklung“ für die Kinder und Jugendlichen die gängige Schuladresse. Dennoch wird auch hier ein externer Regelschulbesuch – soweit realisierbar – ermöglicht.
Vielen Studierenden und Lehrkräften sind Wohngruppen zwar ein Begriff, der Blick hinter die Kulissen bleibt ihnen aber meist verwehrt. Gerade die schulische Arbeit mit Schülerinnen und Schülern aus ebenjenen Einrichtungen erfordert zusätzliches Engagement und Kooperation. Aus diesem Grund wurde am 17.07.2024 wieder eine Exkursion in eine Jugendhilfeeinrichtung, organisiert durch den Lehrstuhl für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Schulentwicklungsforschung und Experiential Learning, der insbesondere den Mittelschulpädagogik-Bereich an der FAU abdeckt, durchgeführt.
Fünf Lehramtsstudierende, eine Konrektorin, eine Schulleiterin sowie eine Förderlehrkraft konnten sich in Rummelsberg ein Bild von der pädagogischen Arbeit in einer Jugendhilfeeinrichtung machen. Im Anschluss an einen Rundgang über das Gelände mit Informationen zu den verschiedenen Einrichtungsformen und der Besichtigung zweier
therapeutischer Wohngruppen erfolgte ein reger Austausch zwischen den begleitenden Mitarbeitern, den Teilnehmenden sowie der Schulleitung des „Förderzentrums für emotionale und soziale Entwicklung“.
Neben der pädagogischen Arbeit vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Förder- bzw. Entwicklungsbedarfe wurden auch Einblicke in die verschiedenen Lebensumstände der Kinder und Jugendlichen gegeben. Gerade der Umgang mit ihnen in Förderschule und Einrichtung sowie die hierbei immer wieder thematisierte Struktur waren für die Teilnehmenden besonders aufschlussreich. Der fachliche Austausch unter allen Beteiligten half, unterschiedliche
Erfahrungen und Perspektiven auszutauschen und zeigte – nicht unerwartet – wie wichtig Kooperation und Analyse konkreter Erziehungssituationen für eine strukturierte, gemeinsame, koordinierte Förderung durch alle beteiligten Institutionen sind.
Gerade das Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Professionen und die Möglichkeit zum Austausch in einer kleineren Gruppe sorgte bei allen Beteiligten für eine nachhaltige Exkursion, die im nächsten Semester eine Neuauflage erfahren wird.
